5 Wichtige Maßnahmen Um Plötzlichen Kindstod Vorzubeugen

Okt 2, 2018 | Baby, Baby & Kind, Schlafen | 0 Kommentare

Mein Sohn schläft seit über 3 Stunden. Er ist wenige Wochen alt und er hat tagsüber noch nie solange geschlafen.

Ich fange an zu schwitzen. Meine Gedanken drehen sich plötzlich nur noch um dieses eine Thema. Plötzlicher Kindstod.

Was ist, wenn er im Schlaf aufhört zu atmen. Was ist, wenn er sich auf wunderbarerweise auf den Bauch gedreht hat und keine Luft mehr bekommt. Was ist wenn er nicht mehr aufwacht?

Ich halte es nicht aus. So schnell wie es mir auf Zehenspitzen möglich ist, schleiche ich mich an ihn ran. Regungslos und friedlich liegt er in einem Bettchen.

Ich halte einen Finger vor seine Nase. Der warme Atemzug, den ich nun an meinem Finger spüre und die Erkenntnis, dass sich sein Brustkorb langsam hebt und senkt, lassen tonnenschwere Steine von meinem Herzen fallen. Er lebt.

Dieses Verhalten mag für Nicht-Eltern geradezu paranoid und extrem wirken. Doch es ergeht den aller meisten Eltern so, denn die Angst, das geliebte Kind wieder zu verlieren und der Wille es zu beschützen ist riesig.

Wenn du selbst dieses Verhalten kennst, kann ich dich nur beruhigen, denn es ist ganz normal. Weil ich weiß, wie schnell die Angst und Unsicherheit vor dem großen Ungeheuer „Plötzlicher Kindstod“ werden kann, möchte ich dir in diesem Artikel ganz genau erklären, wie du ihn gezielt vorbeugen kannst.

Was ist plötzlicher Kindstod?

Der plötzlichen Kindstod auch SIDS (Sudden Infant Death Syndrom) tritt auf, wenn das Kind unerwartet im Schlaf verstirbt, ohne das man bei einer nachträglichen Untersuchung eine Ursache für den Tod finden kann.

Jährlich sterben rund 100 Babys in Deutschland am plötzlichen Kindstod, betroffen sind vor allem Babys in den ersten 6 Monaten, aber auch danach gibt es vereinzelt Fälle.

Auch wenn die Zahl der Fälle erstmal gering erscheint, so ist rein theoretisch jedes Baby gefährdet, da man aufgrund der ungenauen Ursachen keine Vorhersage machen kann.

Deshalb ist es wichtig, dass alle Eltern die möglichen Risiken für den plötzlichen Kindstod kennen und wissen, wie man diese Risiken minimieren kann.

3 Faktoren steigern das Risiko für den plötzlichen Kindstod

Nach den neuesten Annahmen gibt es drei Faktoren, die, wenn sie zusammen auftreten, das Risiko für den plötzlichen Kindstod erheblich steigern.

Kritische Entwicklungsphase:

Die Zeit ab der Geburt bis zum 6 .Monat bezeichnet man als „kritische Entwicklungsphase“, in denen auch die meisten Fälle von plötzlichem Kindstod auftreten.
Nach dem 6. Monat ist das Risiko vor allem dadurch geringer, weil Babys mit 6 Monaten sehr viel kräftiger sind als Neugeborene. Die meisten können sich schon umdrehen und sich aus gefährlichen Situation befreien.

Äußere Faktoren:

Unter äußeren Faktoren versteht man unter anderem :

★ Auf dem Bauch schlafen
Decken, Kissen, Kuscheltiere etc.
Eltern die in Gegenwart ihres Babys rauchen
Eltern die Alkoholisiert oder unter Drogen stehend mit ihrem Kind in einem Bett schlafen

Gefährdetes Kind:

Ein gefährdetes Kind hat gestörte oder unausgereifte Herz- und Atemfunktionen. Diese Kinder können noch nicht angemessen auf eine Blockade oder Beeinträchtigung ihrer Atemwege reagieren. Ihr Gehirn ist in diesem Fall noch nicht in der Lage, das Kind anzuleiten das Köpfchen zu drehen, wenn seine Atmung beeinträchtigt ist.

Da niemand wissen kann, ob sein Baby zu den gefährdeten Kindern gehört, ist es dringend notwenig, die äußeren Faktoren, auf die wir einen Einfluss haben, zu beseitigen. Vor allem in der kritischen Entwicklungsphase (0-6 Monate) muss somit eine möglichst sichere Schlafumgebung für dein Baby geschaffen werden.

Eine sichere Schlafumgebung – So kannst du den plötzlichen Kindstod vorbeugen

Lass dein Baby nur auf dem Rücken schlafen

Wenn dein Baby wach ist, darf es gerne,unter deiner Aufsicht, Zeit auf dem Bauch verbringen. Das stärkt die Rücken und Nackenmuskulatur und kann somit den plötzlichen Kindstod vorbeugen. Beim Schlafen jedoch sollte dein Baby niemals auf den Bauch gelegt werden und auch die Seitenlage ist nicht ratsam.

Sobald dein Baby sich von alleine auf den Bauch drehen kann, kannst du es auf dem Bauch schlafen lassen, wenn es das möchte. Du musst dein Baby also nicht umdrehen, falls du bemerkst, dass es sich im Schlaf umdreht.

Im Bettchen sollten sich keine Decken, Kissen oder ähnliches befinden

Die Gefahr ist einfach zu groß, dass dein Baby sein Köpfchen in den weichen Materialen vergräbt und keine Luft mehr bekommt. Anstatt einer Decke solltest du entweder einen Schlafsack verwenden, oder für kleinere Babys kann auch ein Pucksack* eine sichere Alternative darstellen.

Mehr zum Pucken kannst du hier lesen.

Nicht rauchen in Gegenwart deines Babys, kein Alkohol und Drogen wenn ihr im selben Zimmer schlaft

Vor allem wenn ihr in einem Bett schlaft, solltest du und/oder dein Partner weder unter Alkoholeinfluss, noch unter Drogen stehen. Auch sehr müde Personen sollten nicht im selben Bett schlafen.

Wenn möglich, sollte dein Baby im selben Raum wie du schlafen, jedoch in einem Beistellbettchen oder in einem Kinderbett neben dem Elternbett.
Das Bett mit einem Baby unter einem Jahr zu teilen birgt zu viele Gefahren und wird nicht empfohlen, da es das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöht.

Stillen senkt das Risiko für plötzlichen Kindstod

Dein Baby sollte zumindestens bis zum 6 Monat voll gestillt werden, dann hat es auch den vollen Schutz und ein geringeres Risiko.
Falls du dein Baby nicht stillst, heißt das aber nicht, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit an plötzlichen Kindstod stirbt. Bitte mach dir keine Sorgen. Wenn du die anderen Maßnahmen umsetzt, um den plötzlichen Kindstod vorzubeugen, ist das Risiko auch für dein Baby sehr! gering.

Gib deinem Baby einen Schnuller

So ganz sind sich die Wissenschaftler noch nicht sicher, wie genau der Schnuller hilft, das Risiko für den plötzlichen Kindstod zu senken, doch Studien haben dies schon bestätigt.
Wenn du stillst, kannst du einen Schnuller einführen, sobald sich das Stillen etabliert hat. Sollte dein Baby den Schnuller beim Einschlafen verlieren, musst du ihn nicht wieder reinstecken. Der Schutz bleibt weiterhin bestehen.

Sein Kind zu verlieren muss das schrecklichste sein, was Eltern passieren kann. Die Empfehlungen in diesem Artikel können, angewendet, zumindestens das Risiko für den plötzlichen Kindstod erheblich minimieren.

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