Milchstau – So Wirst Du Ihn Schnell Wieder Los

Mai 11, 2018 | Baby, Baby & Kind, Kleinkind, Stillen

Ein Milchstau ist einer der nicht so schönen Dinge, die mit dem Stillen auftreten können. Er kann sehr schmerzhaft werden und in seltenen Fällen kann sich sogar eine Brustentzündung bilden.

Damit es gar nicht soweit kommt, ist es wichtig, dass ein Milchstau schnell erkannt wird und alle nötigen Schritten unternommen werden, damit dieser so schnell wie möglich wieder verschwindet.

Ich selber habe bei meinen beiden Kindern in der Anfangszeit mehrmals wöchentlich unter einem Milchstau gelitten. Bei meinem ersten Sohn, lag ich sogar drei Tage im Krankenhaus am Antibiotikatropf, wegen einer schweren Brustentzündung.

Ich möchte euch damit aber keine Angst machen. Solche schweren Verläufe kommen eher selten vor und mit dem richtigen Wissen kann man einer Brustentzündungen auch sehr gut vorbeugen.

Damit ihr nicht das gleiche Schicksal wie ich erleiden müsst, möchte ich euch in diesem Artikel mein gesamtes Wissen über Milchstaus mitteilen und vor allem natürlich Tipps und Tricks vorstellen, wie man einen Milchstau vorbeugt, oder wieder los wird.

Beachte bitte, dass ich weder eine Ärztin, Hebamme oder Stillberaterin bin. Die Infos in diesem Artikel stammen entweder aus meiner eigenen Erfahrung, oder ich habe sie zusammengetragen. Solltest du immer wiederkehrende Milchstaus haben, oder hohes Fieber, wende dich bitte an einen Arzt oder deine Hebamme.

Was ist ein Milchstau?

Bei einem Milchstau ist ein Milchkanal verstopft. Dies kann passieren, wenn die Brust oder einzelne Areale nicht vollständig entleert werden. Häufig tritt er ganz ohne große Vorwarnung auf und kann sehr schmerzhaft sein.

Was kann zu einem Milchstau führen?

Es gibt sehr viele Ursachen, die zu einem Milchstau führen können. Meistens kommen auch mehrere Ursachen zusammen, die einen Milchstau begünstigen. Dies sind die häufigsten Ursachen:

– Die Brust wird nicht vollständig geleert (Baby ist nicht gut angelegt, oder saugt nicht effektiv)
– zu viel Milch
– Stress (Streit, zu viel Besuch etc.)
– zu wenig Schlaf
– schwaches Immunsystem
– ein schlecht sitzender Bh

Was sind die Symptome von einem Milchstau?

Meistens spürt man bei einem Milchstau eine Verhärtung, wie einen Knoten, in der Brust.
Diese Stelle ist häufig sehr warm und empfindlich und kann geschwollen und gerötet sein. Manche Mütter haben zudem eine erhöhte Temperatur und unangenehme Schmerzen (vor allem beim Stillen).

Achtung: Wenn deine Körpertemperatur auf über 39 Grad klettert , du dich insgesamt sehr schlapp fühlst und vielleicht sogar Schüttelfrost hast, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass du eine Brustentzündung hast. In diesem Fall solltest du dich sicherheitshalber mit deiner Hebamme oder einem Arzt in Verbindung setzen.

Ich habe einen Milchstau – Was soll ich tun?

Die Behandlung eines Milchstaus ist im Grunde genommen ziemlich einfach: Wärme,Massage,Leerung der Brust,Kühlen. Diese Schritte werden wiederholt, bis der Milchstau wieder verschwunden ist.

1. Wärme

Wenn du deine Brust vor dem entleeren wärmst, kann die Milch besser fließen. Das kannst Du ganz einfach mit einer warmen Dusche oder einem Bad, (hier ist es am einfachsten die Massage mit einzubinden) aber natürlich auch mit einem warmen Tuch, einem Kirschkernkissen, oder einem Kartoffelwickel. Wichtig ist, dass es nicht zu heiß ist und nicht zu schwer (eine Wärmflasche ist deshalb nicht zu empfahlen) auf der Brust liegt.

Ich kann euch zudem die Thermopads von Avent* ans Herz legen. Sie passen sich perfekt der Brust an, und sind sowohl warm, als auch kalt nutzbar! Für mich waren sie bei jedem Milchstau unverzichtbar.

2. Massage

Durch die Massage kannst du die Durchblutung und den Milchfluss in der Brust fördern. Dies geht am besten mit Wärme. Somit ist es sinnvoll, das Wärmen der Brust und die Massage zu verbinden. Wie oben beschrieben geht das am Einfachsten unter der Dusche, oder in der Badewanne.

Sollte deine ganze Brust betroffen sein, ist es sinnvoll eine spezielle Brustmassage durchzuführen. Hast du nur eine einzelne Verhärtung/Knoten, kannst du diesen sanft in kreisenden/streichenden Bewegungen massieren.

Bei der Massage sollte der Druck nicht allzu stark sein. Du wirst außerdem sehr wahrscheinlich am Anfang Schmerzen verspüren und aufhören wollen. Ich habe das selbst schon so oft durchgemacht, aber ich verspreche dir, es wird schnell besser werden und es ist wirklich sehr erleichternd, wenn der Milchstau sich löst.

3. Entleere deine Brust

Dieser Schritt ist wahrscheinlich der Wichtigste. Damit der Stau sich lösen kann, muss die Milch, die den Milchkanal verstopft, wieder raus.

Um deine Brust zu entleeren hast du drei Möglichkeiten: Stillen, Milch ausstreichen oder Abpumpen.

1.Stillen

Das Stillen ist die einfachste Möglichkeit und diese Methode sollte auch bevorzugt werden. Dein Baby kann am effektivsten die Milch heraus saugen und du kannst gezielt durch deine Stillposition die betroffene Stelle entleeren.

-Stille so oft wie Möglich, aber mindestens alle 2 Stunden bei einem Milchstau. Sollte dein Baby das Stillen strikt verweigern, setze das Milch ausstreichen oder Abpumpen ein.

-Lege dein Kind so an, dass es mit seinem Kinn an die betroffene Stelle kommt. Das heißt, wenn der Milchstau zum Beispiel in der linken Brust auf der linken Außenseite ist, so solltest du dein Baby in der sogenannten „Football-Haltung“ ( hier kannst du dir die verschiedenen Stillpositionen einmal ansehen) anlegen.

Mein Favorit war die Stillposition im Vierfüßlerstand. Sie ist zwar wahnsinnig anstrengend, aber durch die Schwerkraft ist es leichter den Milchstau zu lösen.

2. Milch ausstreichen

Dies ist eine der Methoden, wenn dein Baby satt ist, oder das Stillen verweigert. Außerdem kann es dich davor bewahren, noch mehr Milch zu produzieren, da es beim Ausstreichen einfacher ist, die Menge an Milch, die herausgestrichen wird, zu kontrollieren. Solltest du also zum Beispiel beim Abstillen einen Milchstau entwicklen, wäre diese Methode von Vorteil. Hier kannst du dich mehr über das Brust ausstreichen informieren.

3. Abpumpen

Manchmal ist das Stillen während eines Milchstaus einfach zu schmerzhaft und mit einer Pumpe kannst Du einigermaßen regulieren, mit wieviel Druck Deine Brust entleert wird. Du kannst natürlich auch erstmal mit dem Pumpen anfangen und wenn Dein Milchspendereflex ausgelöst wurde, zum Stillen übergehen.
Oder aber falls Dein Baby die Brust nach dem Stillen nicht leer getrunken hat, kannst Du mit einer Pumpe die restliche Milch abpumpen.

Diese beiden Pumpen habe ich benutzt und kann sie guten Gewissens weiterempfehlen:

4. Kühle deine Brust

Nachdem Du Deine Brust entleert hast, solltest Du sie kühlen. Die Kälte lindert nicht nur die Schmerzen und Schwellung, sondern kann auch die Milchproduktion ein wenig eindämmen.
Kühlen kannst ganz Du leicht mit einfachen Kühlakkus (bitte einwickeln), oder auch mit den schon empfohlenen Thermopads*.

Eine andere Alternative ist ein Quarkwickel, oder gekühlte Weißkohlblätter aus dem Kühlschrank.
Die Quarkwickel waren mir immer zu umständlich und zu schmierig, deshalb habe ich mich damals für die Kohlblätter entschieden.
Direkt nach dem Stillen habe ich zuerst mit den Thermopads gekühlt und danach zur weiteren Unterstützung mir die Kohlblätter nach dieser Anleitung in den Still-BH gesteckt.

In ganz akuten Fällen hat mir meine Hebamme einen sogenannten Retterspitzwickel gemacht. Dieser kühlt wirklich wunderbar und auch im Krankenhaus bei meiner Brustentzündung wurde er angewendet. Retterspitz kannst du in fast jeder Apotheke kaufen, leider ist er nicht ganz so günstig.

5. Wiederholen

Die Schritte Wärme, Massage, Entleerung, Kühlen, solltest Du solange wiederholen, bis sich die Verhärtung vollkommen gelöst hat und sich Deine Brust wieder schön weich anfühlt. Bis auf eine geringe Empfindlichkeit, solltest Du keinerlei Schmerzen mehr spüren.

Neben diesen 5 Schritten ist es sehr wichtig, dass Du Dich viel ausruhst und wenn möglich im Bett liegen bleibst. Du solltest jeden Stress vermeiden und darfst Dich gerne bedienen lassen ;-). Auch wenn ein Milchstau einfach und meist schnell zu behandeln ist, so besteht immer die Gefahr, dass sich daraus eine Brustentzündung entwickelt und das sollte man wirklich nicht riskieren!

Wie kann ich einen Milchstau vorbeugen/vermeiden?

Jeder der schon einmal einen Milchstau hatte, wird alles daran setzen, dass dies nicht wieder passiert. Mit ein paar ganz einfachen Tipps, kannst Du dafür sorgen, dass Du von einem Milchstau verschont bleibst.

-Achte auf einen gut sitzenden Bh. Dieser sollte keine einschneidenden Bügel haben.

-Versuche unbedingt Stress zu vermeiden.
Schlaf soviel es geht (ich weiß das ist nicht immer leicht), hol Dir Hilfe, vergiss den Haushalt, oder wenn Du es gar nicht aushältst, mach nur das Nötigste.
Vor allem im Wochenbett versuche Dich soviel wie möglich zu entspannen. Bleib viel im Bett liegen und sag Besuch wieder ab, falls Du Dich nicht danach fühlst.

-Verschiedene Stillpositionen. Achte darauf, dass Deine Brust immer gut geleert wird. Bei den meisten ist die Brust nach der Entleerung merklich weicher als vor dem Stillen

-Achte auf ein gutes Anlegen an der Brust. Wenn Du Dir unsicher bist, ob Dein Baby gut angelegt ist, frage Deine Hebamme oder Stillberaterin.

– Trinke ausreichend. Ein guter Tipp meiner Hebamme ist, zu jeder Stillmahlzeit, neben der üblichen Trinkmenge, noch zusätzlich ein Glas Wasser oder einen Tee zu trinken.

Muss ich bei einem Milchstau abstillen?

Nein, das Stillen hilft Dir sogar, den Milchstau wegzukriegen. Nach dem Milchstau kann die Stillbeziehung ganz normal weitergeführt werden.

Muss ich bei einem Milchstau abstillen?

Wenn Du die oben genannten Schritte befolgst, solltest Du schnell eine Besserung spüren. Trotzdem kann es noch ein paar Tage dauern, bis die Rötungen wieder ganz verschwinden.
Sollte auch nach spätestens 2-3 Tagen keine deutliche Besserung auftreten und/oder Du hohes Fieber bekommen, solltest Du dringend einen Arzt aufsuchen.

Schadet der Milchstau meinem Baby?

Nein, auf keinen Fall! Die Milch ist keineswegs anders als sonst und kann Deinem Baby nicht schaden. Du wirst vielleicht merken, dass Dein Baby unruhiger an der Brust ist als sonst und vielleicht sogar das Trinken verweigert. Das liegt daran, dass die Milch bei einem Milchstau nicht so gut fließt wie sonst.

Ich hoffe Dir kann dieser Artikel helfen, Deinen Milchstau wieder loszuwerden, oder gar zu vermeiden. Ich wünsche Dir eine gute Besserung und hoffe Du kannst das Stillen bald wieder genießen!

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