Schwangerschaftsübelkeit- Alles Was Du Wissen Musst

Mrz 8, 2018 | MamaSein&Mehr, Schwangerschaft | 2 Kommentare

Schwangerschaftsübelkeit ist das bekannteste Schwangerschaftsanzeichen. Kein anderes Symptom bringen wir so sehr in Verbindung mit Schwangerschaft, wie die „Morgenübelkeit“.

Ich bin mir sicher, dass ihr auch jedesmal gleich davon ausgeht, dass eine Frau im Film oder Serie schwanger ist, wenn sie sich übergibt. 😉

Wahrscheinlich verbinden wir dieses Symptom so sehr mit Schwangerschaft, weil es mehr als die Hälfte der schwangeren Frauen auch tatsächlich betrifft.

Ganz unterschiedlich ist dabei die Intensität der Übelkeit. Manche Frauen verspüren nur eine latente Übelkeit, die dafür aber möglicherweise den ganzen Tag anhält. Anderen hingegen geht es „nur“ morgens schlecht. Dafür machen sie dann aber vielleicht auch Bekanntschaft mit der Kloschüssel aus nächster Nähe.

In meinem Artikel möchte ich Dir erklären, warum und wie lange Du mit der Übelkeit rechnen musst und was dagegen am Besten hilft.

Für Deine eigene Sicherheit: Beachte bitte, dass ich keine Ärztin bin und die Informationen, die du in diesem Artikel findest lediglich Ratschläge und Erfahrungen sind. Solltest Du unter Übelkeit und Erbrechen leiden ist es ratsam, dies auch bei einem Arzt anzusprechen!

Warum wird Schwangeren überhaupt übel?
So ganz genau hat man das leider noch nicht herausgefunden. Es gibt viele Theorien und
die Häufigste, für mich plausibelste Theorie, hängt mit dem Schwangerschaftshormon HCG zusammen. Dieses Hormon, das zum Beispiel auch dafür sorgt, dass ihr 2 Striche auf dem positiven Schwangerschaftstest seht, steigt ab der Befruchtung bis zur ca. 12. Schwangerschaftswoche im Blut der Mutter an. Die Wissenschaftler vermuten, dass einige Frauen sensibler auf dieses Hormon reagieren und dadurch die Übelkeit entwickeln.

Frauen die Mehrlinge erwarten und somit mehr HCG im Blut ausweisen, haben häufiger und stärker mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen, als Frauen, die nur mit einem Baby schwanger sind. Das wäre eine mögliche Bestätigung dieser Theorie.

Wie lange bleibt die Übelkeit?
Auch das ist, wie die Intensität der Übelkeit, sehr unterschiedlich. Meist beginnt die Übelkeit so um die 6. Ssw und bleibt bis zur 12.-14. Ssw. Dennoch gibt es leider auch ein paar Fälle, in denen die werdenden Mütter bis zum Ende ihrer Schwangerschaft von Übelkeit geplagt werden. Das ist aber zum Glück eher selten.
Sonderfall: Hyperemesis gravidarum

Normalerweise muss man sich trotz Übelkeit und Erbrechen keine Sorgen um das Baby machen. Du solltest nur darauf achten, dass Du genug Flüssigkeit zu dir nimmst, um eine Dehydration zu vermeiden.

Anders sieht es leider bei Frauen aus, die unter Hyperemesis gravidarum leiden. In diesem Fall tritt das Erbrechen mehrere Male am Tag auf und den Frauen fällt es schwer Essen und Trinken bei sich zu behalten. Weil es so schnell passieren kann, dass es zu einem Flüssigkeitsmangel oder Vitaminmangel kommt, werden die Frauen meistens Stationär mit Infusionen behandelt.

Wenn Du dich mehrere Male am Tag übergibst und weder Essen noch Trinken bei Dir behalten kannst, suche bitte schnell einen Arzt auf, damit Dir und Deinem Baby geholfen werden kann!

Was kann man gegen die Schwangerschaftsübelkeit tun?
Wenn Du selbst unter der Übelkeit leidest, möchtest Du jetzt wahrscheinlich ganz schnell wissen, was man dagegen tun kann. Weil ich selbst weiß, wie schrecklich diese Übelkeit ist, möchte ich Dich auch nicht länger warten lassen.

Grundsätzlich gibt es einige Methoden, die man anwenden kann, um die Übelkeit und das Erbrechen zu verhindern, oder zumindestens zu verringern.

1. Stelle Deine Ernährung um und nimm Lebensmittel zu Dir, die nachweislich die Übelkeit verringern.

Vermeide starke Schwankungen deines Blutzuckers

Eine erste Maßnahme die unglaublich vielen hilft, unter anderem auch mir, ist vor dem Aufstehen ein Glas Wasser zu trinken und vor allem eine Kleinigkeit zu essen. Am Besten eignen sich dazu Kekse, Zwieback oder ein bisschen Toast. Dieses solltest du am Besten ganz langsam essen und erst dann in Ruhe aufstehen und den Tag beginnen!

Viele schwören darauf, komplett auf Zucker zu verzichten, um gesünder zu leben. Auch in der Schwangerschaft hat dies einige Vorteile. Im Falle der Schwangerschaftsübelkeit, kannst du mit einem Verzicht von Zucker dafür sorgen, dass es zu großartigen Schwankungen deines Blutzuckerspiegels kommt.

Außerdem kannst du versuchen über den Tag verteilt kleine gesunde Snacks zu dir zu nehmen, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten.

Zwei verlässliche Lebensmittel geben Übelkeit: Kamille und Ingwer

Diese beiden Lebensmittel zeigen bei vielen schon nach kurzer Anwendung eine positive Wirkung. Du kannst die beiden als Tee, bzw. den Ingwer kandiert oder als Bonbons zu dir nehmen.
Wie bei allen Lebensmitteln, solltest du natürlich auch hier auf das Maß achten, denn auch bei pflanzlichen Produkten können bei einer übermäßigen Einnahme negative Effekte (zum Beispiel Auslösen der Wehen) auftreten.

Also bitte weder Kamillen-, noch Ingwertee Kannenweise trinken, sondern dich auf 1-2 Tassen am Tag beschränken .

2. Benutze andere nützliche Helfer um dich von der Übelkeit zu befreien

Ätherische Öle:

Ich selbst konnte in meiner Schwangerschaft erleben, wie ätherische Öle helfen, unangenehme Beschwerden zu lindern. Meine Hebamme riet mir damals zu den Ölen von Primavera.

Bei Übelkeit haben sich besonders Zitrone und Pfefferminze als effektiv erwiesen. Du kannst ein paar Tropfen (nicht zu viele, sie sind wirklich sehr intensiv!) auf ein Taschentuch geben, oder wie ich auf einen Duftstein*. Ich finde den Duftstein echt praktisch, da man ihn leicht überall mit hinnehmen kann und der Duft verfliegt nicht so schnell wie auf einem Taschentuch.

Die Öle von Primavera* kannst du in ausgewählten Apotheken finden, oder auch online.

Akupressur und Akupunktur

Akupunktur ist ein tolles, alternatives Heilverfahren mit zum Teil guter Wirkung. Viele Hebammen bieten heute schon Akupunktur Sitzungen in der Schwangerschaft an.

Natürlich kann es hier bei jedem unterschiedlich sein, wie die Wirkung der Akupunktur wahrgenommen wird. Jedoch ist es definitiv ein Versuch wert, wenn du stark unter der Übelkeit leidest und zum Beispiel Medikamente vermeiden willst.

Eine mittlerweile häufig angewendete Alternative ist die Akupressur. Hier werden die Akupunkturpunkte mit einem sanften Druck aktiviert, anstatt wie sonst üblich mit Nadeln.

Ich selber habe es zwar noch nicht ausprobiert, doch ich habe schon von vielen nur gutes über das Sea-Band Akupressurband* gehört. Diese Armbänder werden an beiden Armen getragen und üben durch kleine Noppen Druck auf die Akupunkturpunkte aus, sodass die Übelkeit reduziert werden kann.

3. Frage deinen Arzt nach Medikamenten

Wenn das alles nichts hilft, dann gibt es natürlich noch die Möglichkeit mit bestimmten Medikamenten, die auch in der Schwangerschaft erlaubt sind, der Übelkeit den Kampf anzusagen.

Nausema

Ok, zugegeben, dies ist vielleicht kein klassisches Medikament, sondern eher ein Nahrungsergänzungsmittel.
Es gibt die Theorie, dass auch ein Vitamin-B-Mangel für die Schwangerschaftsübelkeit verantwortlich sein könnte.
Mit Nausema* kann man diesen Mangel beheben und so kann es helfen, die Übelkeit abzuschwächen.
Ich habe es selbst genommen und habe gute Erfahrungen damit machen können.

Vomex A Dragees

Diese Tabletten enthalten ein Mittel, das auch bei Reiseübelkeit eingenommen werden kann. Der Wirkstoff Dimenhydrinat unterdrückt das Signal des Brechreizes im Gehirn und stoppt somit Übelkeit und Erbrechen.

Diese Tabletten haben mir wirklich geholfen, wenn gar nichts mehr ging. Sie sind zwar freiverkäuflich, dennoch rate ich dir dringend vor der Einnahme mit deinem/r Arzt/Ärztin zu sprechen.

Fragen und Mythen rund um die Schwangerschaftsübelkeit
Ich leide unter der Schwangerschaftsübelkeit, also kriege ich ein Mädchen!

Nein und ja. Leider ist die Schwangerschaftsübelkeit kein sicheres Zeichen für das Geschlecht deines Baby’s. Auch Mütter die einen Jungen erwarten, können unter der Übelkeit leiden (so wie ich). Dennoch wurde herausgefunden, das Frauen, die ein Mädchen erwarten, eher mit Schwangerschaftsübelkeit zu kämpfen haben, da sie in den meisten Fällen eine höher HCG- Konzentration im Blut haben. Trotzdem bleibt es weiterhin eine 50/50 Chance ob es ein Mädchen oder Junge wird. 😉

Ich hatte in meiner vorherigen Schwangerschaft keine Übelkeit, also werde ich in meiner nächsten auch keine haben!

Das muss ich leider, auch anhand meiner eigenen Erfahrung, verneinen. Ich hatte in meiner ersten Schwangerschaft gar keine Übelkeit, dafür dann aber in der zweiten Schwangerschaft von der 5 Ssw bis zur 14. Ssw.

Auch hier gibt’s es wieder Theorien, die mit der HCG Konzentration zusammenhängen. Bei jeder weiteren Schwangerschaft, erkennt der Körper das HCG besser und reagiert dann sensibler darauf.

Meine Schwangerschaftsübelkeit hat plötzlich aufgehört, muss ich mir Sorgen um mein Baby machen?

Auch wenn die Übelkeit und das Erbrechen lästig sind, so sind sie doch ein Zeichen dafür, dass die Schwangerschaft intakt ist. Eine Studie hat zum Beispiel gezeigt, dass bei Frauen, die in den ersten Wochen der Schwangerschaft unter Übelkeit leiden, die Wahrscheinlichkeit geringer ist, eine Fehlgeburt zu erleiden.

Wenn die Übelkeit nun aber plötzlich bei dir aufhört und vielleicht nicht, wie bei vielen bis in die 14. Ssw andauert, oder vielleicht gar nicht erst aufkam, ist es verständlich das du dir Sorgen machst.

Natürlich kann das gänzliche ausbleiben, oder das abrupte Verschwinden von Schwangerschaftssymptomen ein Zeichen für eine Fehlgeburt sein. Dennoch ist es ratsam, sich erstmal nicht allzu verrückt zu machen, da es auch einfach sein kann, dass du zum Beispiel zu den „glücklichen“ Schwangeren gehörst, die keine Schwangerschaftsübelkeit haben.

Trotzdem ist es in diesem Fall ratsam deinen Arzt/Ärztin aufzusuchen. Wenn du dir ernsthaft Sorgen machst, dass etwas mit deinem Baby nicht stimmt, ist es immer wichtig, deine Beschwerden abzuklären. Lieber einmal zu viel zum Arzt als einmal zu wenig!

Ich hoffe Dir helfen meine Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit und ich wünsche Dir eine angenehme und entspannte Schwangerschaft!

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2 Kommentare

  1. Hallo Josy 😊 ich litt bis zur 22. Woche 🙄 nach einem Krankenhaus Aufenthalt und allen möglichen Versuchen half nur eins: Agyrax! Mein Körper reagierte nämlich irgendwann nicht mehr auf Vomex in Dragee oder als Zäpfchen. Agyrax hat mich gerettet, man kann es aber nur über eine belgische Apotheke bestellen. Gab es früher auch in Deutschland. Jetzt aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr.
    Lg

    Antworten
    • Vielen Dank für Dein Kommentar! 🙂 Ohje, das tut mir leid, dass Du so lange leiden musstest! Von Agyrax habe ich tatsächlich noch nie etwas gehört, mag aber auch daran liegen, dass es bei mir auszuhalten war und ich es dann auch nach ein paar Wochen mit den oben genannten Tipps im Griff hatte. Aber viel Dank für den Tipp, anderen werdenden Mamas hilft das sicherlich auch, wenn nichts mehr anschlägt 😉
      Liebe Grüße

      Antworten

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