So Kannst Du Die Sprachentwicklung Deines Kindes Liebevoll Unterstützen

Mai 1, 2018 | Baby, Kind, Kleinkind | 0 Kommentare

Neben dem Laufen, ist das Sprechen eines der größten Meilensteine eines Kindes, auf die alle Eltern gespannt warten. 

Manche Eltern schließen sogar Wetten ab, ob das Kind zuerst „Mama“ oder „Papa„ sagt und sind dann vielleicht ein wenig entsetzt und enttäuscht, wenn das erste Wort „Ball“ oder „Bagger“ ist. 😉

Ich selbst habe bei beiden Kindern sehnsüchtig auf das erste Wort gewartet und war jedesmal total aus dem Häuschen, wenn sie anfingen zu sprechen.

Für mich ist das Thema Sprachentwicklung und Sprachstörung zur Zeit total aktuell.

Zum Einen steht meinem Großen gerade kurz vor der Einschulung und es steht noch nicht ganz so fest, ob er vor dem Schuleintritt eine/n Logopäden/in aufsuchen muss. Er hat noch einige Schwierigkeiten mit Konsonantenhäufungen. Also zum Beispiel sagt er „zrei“ statt „zwei“, oder „Srimmen“ statt „Schwimmen“.

Zum Anderen ist mein Kleiner gerade anderthalb und fängt jetzt an zu sprechen. Zur Zeit lernt er gefühlt jeden Tag ein neues Wort und das ist sehr spannend.

Und wie der Zufall es so will, hatte ich letztes Wochende ein Blockseminar an der Uni. Das Thema: Sprachentwicklung, Sprachstörung Sprachförderung. 

Das Seminar war so interessant und ich habe so viel gelernt, dass ich gleich Lust bekommen habe, diesen Artikel zu schreiben und mein neu erlerntes Wissen mit euch zu teilen.

Warum ist die Sprachentwicklung so wichtig ?

Die Sprache ist ein fester Bestandteil unseres Alltages.

Wir sprechen jeden Tag ohne groß darüber nachzudenken, weil es für uns das normalste auf der Welt ist. Wir brauchen die Sprache um uns zu verständigen und mitzuteilen.

Und auch die Kinder brauchen die Sprache. Nicht nur um, später Lesen und Schreiben zu lernen, sondern unter anderem auch, um Freundschaften schließen zu können und um Gefühle auszudrücken. 

Zum Beispiel hauen oder beißen Kinder eher, wenn sie sich sprachlich noch nicht ausdrücken können und viele Kinder mit einer verzögerten Sprachentwicklung haben es schwerer Freunde zu finden.

Ab wann lernen Kinder Sprechen ?

Für die Kinder ist das Sprechen lernen mit einem wahnsinnigen Aufwand verbunden. Und weil die Sprachentwicklung so komplex ist, werden die Vorraussetzungen dafür sogar schon im Mutterleib geschaffen.

Wusstet ihr das Ungeborene schon Sprachlaute von anderen Geräuschen unterscheiden können? Wenn die Babys dann auf die Welt kommen, können sie sogar die Muttersprache von einer Fremdsprache unterscheiden. 

Mit einem halben Jahr fangen viele Babys an zu „brabbeln“. Man hört nun oft solche Laute wie „ba-ba-ba“ oder “ga-ga“.

Das erste richtige Wort sprechen viele Babys um den ersten Geburtstag rum. Trotzdem muss man sich keine Sorgen machen wenn dies nicht der Fall ist. 

Der „normale“ Zeitpunkt für das erste Wort kann tatsächlich stark variieren. Alles zwischen 9 und 18 Monaten ist unbedenklich.

Mit 24 Monaten sollte das Kind dann mindestens 50 Wörter sprechen und 2-Wort Kombinationen (z.B. „Mama haben“ ) benutzen.

Muss man die Sprachentwicklung bei Kindern überhaupt fördern?

Im Großen und Ganzen ist es überhaupt nicht notwendig, ein gesundes Kind zu fördern, dass eine normale Sprachentwicklung hat.

Kinder lernen durch ihr Umfeld die Sprache von ganz allein.

Wenn du aber das Gefühl hast, dass dein Kind keine normale Sprachentwicklung hat, solltest du deinen Kinderarzt aufsuchen (siehe unten).

Trotzdem können Eltern ein paar Dinge tun, um ihren Kind bei der Sprachentwicklung zu unterstützen:

Wie du deinem Kind beim Sprechen helfen kannst

  1. Schaffe eine vertrauensvolle Atmosphäre in der das Kind Spaß am Sprechen hat

Für ein Kind ist es wichtig zu spüren, dass seine Äußerungen auch gehört werden. Das schaffst du, in dem du deinem Kind zeigst, dass du zuhörst, den Blickkontakt hälst und auf Augenhöhe mit ihm sprichst.

Ganz besonders die Gespräche auf Augenhöhe zu führen vergessen wir Eltern schnell. Trotzdem sollten wir uns immer daran erinnern, auch wenn wir in Eile sind, dass dies für unsere Kinder wichtig ist. 

Wie würdet ihr euch fühlen wenn jemand mit euch „von oben herab“ spricht? Oder probiert doch einmal selbst mit gestrecktem Kopf zu sprechen. Das ist wirklich sehr unangenehm.

2. Nicht auf Fehler hinweisen sondern eine Korrektur anbieten

Viele kleine Kinder können sehr sensibel darauf reagieren, wenn man ihnen sagt, dass sie etwas falsch gemacht haben. Bei der Sprachentwicklung könnte es dazu führen, dass diese gehemmt wird, wenn wir unseren Kindern zu oft sagen, dass sie etwas falsch gesagt haben. Viel besser ist es, in dem Moment eine Korrektur anzubieten, ohne darauf hinzuweisen, dass das Kind etwas falsches gesagt hat.

Wenn das Kind also „Wau-Wau“ sagt und auf die Taube auf dem Gartenhäuschen zeigt, würde man nicht sagen „Nein das ist falsch, dass ist eine Taube“ sondern lieber „Ja, da sitzt eine Taube auf dem Dach’’.

Das Kind hat verstanden, dass die Taube ein Tier ist. Bisher hat das Kind jedoch nur ein Begriff für Tiere gelernt und das ist „Wau-Wau“.  Daher wäre es für das Kind sehr irritierend, wenn man es darauf hinweisen würde, dass es etwas falsches gesagt hat.

3.Wörter nicht nachsprechen lassen

Auch das Nachsprechen lassen kann dein Kind vom Sprechen abhalten. Als ich das erste mal davon gehört habe, fühlte ich mich gleich ertappt, denn ich muss zugeben das ich das eigentlich jeden Tag mit meinem Kleinen zu Hause mache. Ich sage oft „sag mal Oma“ etc. Im Nachhinein fällt mir auf, dass mein Sohn daraufhin tatsächlich weniger gesprochen hat und meistens auch gar nicht darauf eingegangen ist, wenn ich ihn aufgefordert habe ein Wort nachzusprechen.

4. Möglichkeiten geben zu sprechen

Viele Eltern (ich schließe mich damit ein) neigen dazu viel zu schnell für ihr Kind zu antworten und ihm keine Möglichkeit zu geben, selbst das Sprechen zu üben. Bei vielen Situationen merken wir gar nicht, wie wir unserem Kind das Sprechen vorwegnehmen.

Zum Beispiel beim Bilderbuch angucken: Ich neige sehr oft dazu, zu fragen „Wo ist der Hase?“ oder „Läuft der Hase gerade in seinen Bau?“ Das sind beides Fragen auf die das Kind im Grunde noch nicht mal mit Sprache , sondern nur mit Zeigen antworten muss, oder höchstens mit „Ja“ und „Nein“. 

Besser ist es, offene Fragen zu stellen also zum Beispiel „Guck mal, was macht denn der Hase da?“. Vor allem ist es dann wichtig ein wenig zu warten. Das kann sehr schwer fallen, aber die Kinder brauchen etwas Zeit, um die Frage zu verstehen und zu antworten. 

Auch in anderen Alltagssituationen ist es wichtig, mit seinem Kind zu sprechen, dabei auf das Kind einzugehen und abzuwarten was es sagt.

Beim Einkaufen, beim Abendessen oder beim Schlafanzug anziehen. Die Situation ist ganz egal. Hauptsache es entsteht ein Dialog und das Kind fühlt sich wohl dabei zu sprechen (siehe Punkt 1).

Was Du tun kannst wenn dein Kind eine Sprachentwicklungsstörung hat

Kinder mit 2 Jahren die weniger als 50 Wörter sagen und keine 2 Wort Kombinationen verwenden nennt man sogenannte „Late-Talker“.

Erst einmal ist es für Eltern wichtig zu wissen, dass sie keine Schuld tragen! Wenn Kinder in einem Umfeld aufwachsen, in dem Sprache angeboten wird, werden die allermeisten Kinder keine Sprachentwicklungsstörung entwicklen. Viel eher wird so eine Entwicklungsstörung vererbt. Es hat also genetische Ursachen.

Solltest du die Befürchtung haben, dass dein Kind eine verzögerte Sprachentwicklung hat, sollte dein erster Gang zu deinem Kinderarzt sein. Er wird dein Kind genauestens untersuchen und neben der Sprache auch körperliche Ursachen und vor allem das Hörvermögen testen.

Sind körperliche Ursachen ausgeschlossen und er stellt eine Verzögerung in der Sprachentwicklung fest, wird er euch sehr wahrscheinlich an einen Logopäden weiter vermitteln.

Logopäden sind speziell dafür ausgebildet, Sprachstörungen zu erkennen und zu behandeln.

E ist sehr wichtig die Sprachentwicklung im Auge zu behalten und ernst zu nehmen. Denn nur 1/3 der „Late-Talker“ holen den Rückstand wieder auf, dabei sind vor allem bei unter dreijährigen die Erfolgschancen einer Förderung in der Sprachentwicklung sehr erfolgsversprechend.

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