Warum Stillen Schmerzen Verursachen Kann Und Was Du Dagegen Tun Kannst

Jun 27, 2018 | Baby, Baby & Kind, Kleinkind, Stillen | 0 Kommentare

Ich halte meinen neugeborenen Sohn im Arm. Dieses Mal wird alles besser. Dieses mal werde ich keine Schmerzen beim Stillen haben, wie bei meinem ersten Sohn. Dieses mal werde ich lange und glücklich und schmerzfrei Stillen.

Doch Pustekuchen!

Schon an Tag drei zucke ich bei jedem Hungerschrei meines Babys auf, und bete, dass das Stillen dieses Mal nicht so lange dauert..

Auch wenn das Stillen schon wieder einige Zeit her ist, erinnere ich mich noch ganz genau an diese unfassbaren Schmerzen, die mir die Tränen in die Augen trieben und mich manches Mal dazu brachten ans Abstillen zu denken.

Und ich weiß, dass es ganz vielen anderen Mamas auch so geht. Die dann vielleicht wirklich mit dem Stillen aufhören wollen, weil sie die Schmerzen nicht ertragen.

Wenn es dir so ergeht, dann bitte, bitte hör nicht auf!

Stillen darf und soll nicht weh tun. Meist sind es ganz „einfache“ Gründe die zu den Schmerzen führen und die man recht schnell beseitigen kann.

In diesem Artikel stelle ich dir die häufigsten Gründe für Schmerzen beim Stillen vor und was du dagegen tun kannst.

Bitte beachte das ich weder Ärztin, Stillberaterin oder Hebamme bin. Die Informationen in diesem Artikel habe ich recherchiert, oder sind meine eigenen Erfahrungen.
Wenn du starke Schmerzen hast, das Stillen nicht richtig funktioniert, oder du darüber nachdenkst wegen den Schmerzen mit dem Stillen aufzuhören, dann such dir bitte Hilfe bei einer Hebamme oder einer Stillberaterin!

Die 5 Häufigsten Gründe für Schmerzen beim Stillen

1. Dein Baby ist nicht richtig angelegt.

Das ist der häufigste Grund warum Mamas Schmerzen beim Stillen verspüren. Und auch bei mir war bei beiden Kindern die falsche Anlegetechnik der Grund, der zu den immensen Schmerzen geführt hat.
Scheu dich nicht deine Hebamme oder eine Stillberaterin zu fragen (auch mehrmals), ob dein Baby richtig angelegt ist. Wenn ihr das einmal richtig gelernt und verinnerlicht habt, habt ihr den Grundstein für eine schöne Stillzeit gelegt.

2. Eine Pilzinfektion der Brustwarze (Soor)

Manche Babys entwickeln eine Pilzinfektion im Mund, allgemein bekannt als Soor.
Diese Infektion kann sich auch auf deine Brustwarzen ausbreiten und sehr schmerzhaft sein.

Folgende Anzeichen sprechen für eine Pilzinfektion deiner Brustwarzen:

-stark gerötet
-wund
-Juckreiz, Kribbeln
-Brennen

Ob dein Baby eine Pilzinfektion im Mund hat, kannst du häufig daran erkennen, dass es weiße Flecken auf den Mundschleimhäuten hat.

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Baby und /oder du eine Pilzinfektion hast, solltest du zum Arzt gehen und es behandeln lassen. Die Infektion sollte dann innerhalb weniger Tage verschwunden sein und die Schmerzen beim Stillen sollten nachlassen.

3. Das Zungenbändchen deines Babys ist zu kurz

Wenn das Zungenbändchen deines Babys zu kurz ist, kann dies das Stillen deutlich erschweren und somit auch manchmal zu Schmerzen beim Stillen führen.

Zum Glück betrifft ein zu kurzes Zungenbändchen sehr wenige Neugeborene. Solltest du dich trotzdem für das Thema interessieren, oder die Befürchtung haben, dass dein Baby davon betroffen ist, kann ich dir diesen Artikel von Stillkinder sehr empfehlen.

4. Du hast einen Milchstau oder eine Brustentzündung
Bei einem Milchstau sind ein oder mehrere Milchkanäle blockiert, wodurch deine Brust verhärtet und empfindlich wird. Das kann untere anderem auch zu Schmerzen beim Stillen führen.

Weitere Symptome deuten auf einen Milchstau hin :
-Gerötete stellen auf der Brust
-Erhöhte Temperatur

Solltest du bereits hohes Fieber haben und es dir dazu noch sehr schlecht gehen, könnte der Milchstau bereits eine Brustentzündung sein. In diesem Fall solltest du dich zeitnah von einem Arzt untersuchen lassen.

Mehr zum Thema Milchstau und wie man ihn schnell behandelt liest du in meinem Artikel:

5. Wunde Brustwarzen

Wunde Brustwarzen kommen sehr häufig, vor allem in den ersten Tagen und Wochen vor, wenn sich das Stillen noch nicht richtig eingespielt hat. Aber auch hier ist die Ursache am häufigsten eine falsche Anlegetechnik.

Doch was kann man nun gegen die Schmerzen beim Stillen unternehmen?

1 .Ausschließen, dass es an Soor, einem zu kurzen Zungenbändchen oder einem Milchstau liegt

Wenn du eins dieser Dinge vermutest, solltest du dringend mit einer Hebamme oder einem Arzt sprechen. Sie werden dir schnell helfen können und das Stillen sollte nicht mehr schmerzhaft sein.

2. Achte auf das richtiges Anlegen

Wenn du Krankheiten als Ursache deiner Schmerzen ausgeschlossen hast, sollte dein nächster Schritt sein, deine Anlegetechnik überprüfen zu lassen. Dazu kannst du deine Hebamme fragen, oder eine Stillberaterin aufsuchen.

Folgende Punkte sind wichtig beim richtigen Anlegen:

– Deine Position sollte für dich und dein Baby entspannend sein (verschiedene Stillpositionen findest du hier)
– Dein Baby liegt ganz nah bei dir, der komplette Körper ist dir zugewandt (Bauch an Bauch)
Wenn dein Baby den Mund weit (sehr wichtig!) öffnet, ziehst du dein Baby sanft an deine Brust, damit dein Baby die gesamte Brustwarze und den Brustwarzenvorhof erfasst
Wenn dein Baby nun trinkt, sollte seine Unterlippen nach außen gestülpt sein und idealerweise berühren Nase und Kinn ebenfalls deine Brust

Sobald du Schmerzen verspürst, solltest du dein Baby noch einmal von der Brust abdocken. Das tust du in dem du sanft einen Finger zwischen Brust und Mundwinkel des Babys schiebst. So wird das Vakuum gelöst und du kannst dein Baby ganz leicht und schmerzfrei von der Brust abdocken.
Bitte nimm dein Baby niemals einfach so von deiner Brust. Dadurch wird deine Brustwarze langgezogen was zu einer Schädigung deiner Brustwarze und zu weiteren Schmerzen beim Stillen führen kann.

3. Weitere nützliche Dinge um die Schmerzen zu verringern:

Stillhütchen
Nach Absprache mit deiner Hebamme kannst du für eine kurze Zeit ein Stillhütchen* verwenden. Vor allem wenn die Brustwarzen in den ersten Tagen sehr wund sind, ist ein Stillhütchen ein wahrer Lebensretter. Mir haben sie das Stillen immer sofort erleichtert und den Schmerz genommen. Dennoch sind sie keine Dauerlösung, sobald sich deine Brustwarzen erholt haben, solltest du dein Baby schnell wieder davon entwöhnen. Mit einem Stillhütchen kann es nämlich schnell passieren, dass die Brust nicht effektiv geleert wird und das kann weitere Schwierigkeiten zu Folge haben.

Folgende Stillhütchen kann ich dir empfehlen:

Stillhütchen aus Silber

Diese Stillhütchen benutzt man, anders als die Stillhütchen aus Silikon, nicht während des Stillens, sondern in der Zeit zwischen zwei Stillmahlzeiten. Als meine Hebamme mir diese Hütchen damals empfahl, habe ich etwas gezögert, denn sie sind leider nicht ganz so günstig.

Letztendlich habe ich den Kauf nie bereut, denn sie haben mir tatsächlich sehr schnell geholfen und ich kann sie jedem uneingeschränkt weiterempfehlen. Das reine Silber dieser Hütchen unterstützt die Wundheilung und zusätzlich sind sie angenehm kühlend.

Wenn du häufiger unter wunden Brustwarzen leidest, oder doch schon alles ausprobiert hast und nichts geholfen hat, können dir diese Stillhütchen helfen*.

Brustwarzensalbe

Um den weiteren Heilungsprozess zu unterstützen bzw. um die Brustwarzen geschmeidig zu halten und weitere Wunden zu vermeiden, sollte man eine gute Brustwarzensalbe* zu Hause haben.

Ich war mit der Salbe von Lansinoh immer sehr zufrieden. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sie vor dem Stillen nicht wieder abwaschen muss und somit die Brustwarzen nicht weiter reizt.

Tipp: Du kannst bei leichten Reizungen auch erstmal nur deine Muttermilch auf deine Brustwarzen geben und sie antrocknen lassen.

Multi-Mam Kompressen

Eine günstigere Alternative zu den silbernen Stillhütchen, aber trotzdem gut! Bevor ich die Stillhütchen aus Silber hatte, habe ich nach dem Stillen immer eine halbe Kompresse auf die Brustwarze gelegt. Diese Kompressen* kühlen auch sehr gut und auch wenn sie nicht ganz so schnell zu einer Heilung geführt haben wie die Stillhütchen , haben auch sie schnell zu einer Besserung geführt.

Ich selber habe das Stillen erst genießen können, als ich mit meinen Babys das richtige Anlegen verinnerlicht hatte. Ich hoffe, dass dieser Artikel dir helfen kann, heraus zu finden, was bei dir zu den Schmerzen beim Stillen führt und das du bald schmerzfrei stillen kannst.

Dieser Artikel enthält Affiliate Links (gekennzeichnet mit *), dass bedeutet, wenn du über den Link etwas kaufst bekomme ich eine klitzekleine Provision. Für dich entstehen dadurch kein zusätzlichen Kosten , mir hilft es diesen Blog am Laufen zu halten. Vielen Dank für deine Unterstützung! 🙂

Diese Artikel könnten dich auch interessieren:

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Folge mir

Beliebte Artikel

.

  • Die Optimale Wachzeit - So Lange Sollte Dein Baby Zwischen Zwei Schlafperioden Wach Sein
  • 10 Gründe Warum Dein Baby Tagsüber Nur Kurz Schläft
  • Frühes Aufwachen - Was Du Dagegen Tun Kannst